40 Jahre VSaS

Wie alles anfing

Die Idee

Am Anfang stand wie immer eine Idee: Man müsste über die üblichen Lehrpläne hinaus für die Schüler etwas besonderes organisieren, das über die Schulzeit hinaus wirkt und in Erinnerung bleibt. Gefunden wurde der Skikurs in der winterlichen Bergwelt der Alpen. Schon bald stellte sich heraus, dass dies ein Volltreffer war, denn die Schüler lernten nicht nur mit großer Begeisterung eine neue Sportart , auf die man lebenslang zurückgreifen kann, vielmehr entpuppte sich der Kurs für das Arbeitsklima in der Klasse und das Schüler – Lehrer – Verhältnis als von unschätzbarer Bedeutung . Ein Beispiel : Herr Kurth lernte damals mit seinen Schülern das Skifahren und war dann nach Rückkehr als „Kanten-Kurth“ im Gespräch.

Der Zusammenschluss

Im Winter 1968/69 begannen der Verfasser in seiner damaligen Schule und unser ehemaliger Sportlehrer Dietrich Schunke in Michelbach –noch getrennt voneinander- mit dem Kurs. Da Sportler sich über ihre Schule hinaus kennen, entschloss man sich bald zu gemeinsamer Organisation und konnte auf diese Weise die Kosten für die Schüler erheblich senken. Busbeförderung ohne Leerfahrten und lückenlose Belegung der Unterkünfte waren der Schlüssel zu Erfolg. Hinzu kam die ehrenamtliche Organisation, zu der unsere ehemalige Schulsekretärin Regina Huth über den gesamten Zeitraum  einen erheblichen Beitrag geleistet hat.

Die ersten Fahrten

Die Anfangszeit war für die Lehrer nicht einfach, bedurfte es doch einer Menge an Improvisation und zusätzlicher Arbeit. Wer schon in Neukirchen war, kennt sicher das Rechteck, das die erste Unterkunft des Verbunds war. Der Gasthof liegt an einem Berghang etwa 400 m über dem Salzachtal und dem Ort Neukirchen. Nur ein steiler Fahrweg führte hinauf, unbefahrbar für Busse. Also mussten Schüler und Lehrer nach der Nachtfahrt im Bus die drei Kilometer zur Unterkunft zu Fuß hoch laufen! Das Gepäck wurde mit Schlepper und Anhänger transportiert. Die Fahrstraße zu Rechteck und den täglichen Skibus gibt es erst seit wenigen Jahren.

Auch wenn man zur Wildkogelbahn wollte, mussten morgens und nachmittags die drei Kilometer gelaufen werden. Später kam dann ein VW-Bus des Skiclubs Untertaunus als Hilfe dazu. Die Wildkogelbahn bestand damals übrigens nur aus einem Doppelsessellift zur Auffahrt und dem Ganserlift als Schlepplift. Schutz bei schlechtem Wetter bot lediglich eine umgebaute Baracke. Allerdings hatte das Rechteck damals noch einen Hauslift, einen einfachen Einer-Anker-Lift. Die Anker wurden per Hand ein- und ausgehängt. Pistenwalzen gab es noch keine. Morgens, wenn es geschneit hatte, musste zum Kursbeginn erst die ganze Mannschaft den Hang fest treten.

Die Ski und ihr Verleih

Ski- und Schuhausleihe im Sporthaus Herzog ist heute mit der modernen Technik in kurzer Zeit abgewickelt.  In der Anfangszeit gab es das noch nicht. Die Schulen hatten mit Spenden einfache Holzskier mit Seilzugbindung (Ertel-Skier) gekauft. Diese passten für die Schüler der nächsten Schule natürlich nur zum Teil. So mussten die Lehrer in der ersten Nacht nach der Ankunft Seilzüge passend montieren, damit der Kurs am nächsten Morgen beginnen konnte. Auch hatten diese Skier nur einfache geschraubte Stahlkanten, die oft heraus brachen. Die Arbeit in der Skiwerkstatt war deshalb für einige Spezialisten Dauerbeschäftigung.

Aber trotz aller Unzulänglichkeiten: Die damaligen Schüler hatten an der Freizeit genau so viel Spaß, wie die heutige Schülergeneration. Hoffen wir, dass der Skikurs noch lange Teil des Schulprogramms bleibt.